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05/12: Lesen und Arriviertheit

In der vergangenen Woche habe ich mich sehr mit diesem Thema auseinandergesetzt - war ich doch vier Tage in Wien bei einem Symposion zum Thema "Literacy"; außerdem war ich bei einigen Provinzgrößen des Buchhandels in Sachen "Ystorica" Klinken putzen.
Da war die Rede von vielen interessanten Dingen.
Welche Art von Texten im Zeitalter der elektronischen Medien gelesen werden. Was die Gehirnforschung zum Lesevorgang zu sagen hat. Wie man Kindern das Lesen schmackhaft machen kann. Wie man Kunst "liest". Welches E-Book am besten wäre. Dass es Packages von gedrucktem Buch und Downloadversion geben sollte. Wie man Web 2.0 und Lesen in der Schule verbindet. Womit der Buchhandel und das Verlagswesen zu kämpfen haben. Welche Maßnahmen zur Leseförderung getroffen werden müssen. Dass auf jedes gedruckte Buch 100 von den Verlagen abgelehnte kommen.

Nicht ein einziges Mal war davon die Rede, worum es eigentlich gehen sollte: Dass in Büchern etwas zu finden sein muss, was jemanden dazu bringt, den Inhalt zu lesen. Eine spannende Geschichte, zum Beispiel, und Stoff zum Nachdenken.

Übrigens: Der Mann, bei dem ich Klinken putzen war, erklärte mir doch tatsächlich, dass er sich nur mit arrivierten Autoren abgibt. Neue Talente fördern? Um Gottes Willen, nein, das ist ja riskant! (Ich lebe in der Provinz. Hat das jemand bezweifelt?) Viel Spaß, junge Talente, wenn ihr an diesem Herrn vorbei müsst auf eurem Weg zur Arriviertheit!

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