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26/01: Romanfiguren und das wahre Leben

Eine Frage, die ich auch oft gestellt bekomme, ist, wieviel von mir und meinen Lebenserfahrungen in Eva Kant stecken.
Nun, eine ganze Menge, offensichtlich. Deshalb unterscheiden sich die beiden Teile von "Ystorica" auch so gravierend von einander. Die meisten LeserInnen mögen den "Kindmann" lieber, obwohl er aus meiner Sicht leichter zu schreiben war, als ich einmal jede Geheimniskrämerei bezüglich meiner persönlichen Erfahrungen über Bord geworfen hatte. Die Herausforderung des "Wasserplaneten" bestand darin, sich so eine Person wie Chatall Kha´tan vorzustellen, die so abseits unserer normalen Erfahrungswelt angesiedelt ist.
Persönliche Erfahrungen fließen auch in einem utopischen Roman in den Text ein. No na.
Manchmal allerdings geht es schon sonderbar zu dabei, und nicht immer angenehm. Ich werde in "Memnoc" eine meiner Hauptpersonen die Erfahrung des Blind-Werdens machen lassen. Dieses Motiv verdanke ich der Erfahrung, wie es ist, durch einen Netzhautriss und eine Netzhautablösung innerhalb von 24 Stunden auf einem Augen blind geworden zu sein und damit klar kommen zu müssen, weil Hilfe 3000 Kilometer und 48 Stunden weit entfernt war. Angenehm war das Reisen im Flugzeug zuletzt ohnehin nicht mehr, jetzt habe ich es hassen gelernt, und gleichzeitig würde ich es doch bedauern, wenn ich wegen meiner seltsam alten Augen nie mehr fliegen dürfte.
Ich hatte eine Menge Zeit zum Nachdenken in diesen 48 Stunden, und seltsamer Weise war diese erzwungene Untätigkeit gleich fruchtbar wie vor mehr als zwei Jahren die Reise mit der Nordkapp durch die blaue Dämmerung der norwegischen Polarnacht.
Einäugig schaue ich momentan in die Welt, und die Welt schaut sehr verändert zurück. In "Memnoc" wird jemand diese Erfahrung wiederholen und damit klar kommen müssen...

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